Indonesien – ein Land im Wandel

Indonesien ist Schwerpunktpartnerland der deutschen entwicklungs-politischen Zusammenarbeit (EZ) und zählt aufgrund seiner regionalen Bedeutung zu den so genannten Ankerländern.

Seit Beginn der deutsch-indonesischen Zusammenarbeit in den
50er Jahren unterstützt Deutschland Indonesien in folgenden Bereichen:

  • Armutsbekämpfung,
  • wirtschaftliches Wachstum, insbesondere durch
    die Förderung privatwirtschaftlicher Entwicklung
  • Schutz natürlicher Lebensgrundlagen
  • Dezentralisierungsprozess
  • Reform des Verwaltungswesens
  • Weiterentwicklung im Bereich „Gute Regierungsführung“

Dabei folgt die deutsch-indonesische Zusammenarbeit dem Leitbild
einer global nachhaltigen Entwicklung mit folgenden Kernpunkten:

  • Produktives Wirtschaftswachstum

  • Soziale Gerechtigkeit

  • Ökologische Nachhaltigkeit.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist an den Millenniums- Entwicklungszielen der Vereinten Nationen und an den von Partnerländern entwickelten Strategien zur Armutsbekämpfung ausgerichtet. Deutschland unterstützt im Sinne der „Pariser Agenda“
den Abstimmungsprozess im Kreis der internationalen Geber und der indonesischen Regierung.

Bei den Regierungsverhandlungen am 2. Oktober 2007 in Bonn wurde mit der indonesischen Regierung vereinbart, das bilaterale EZ-Portfolio auf drei Schwerpunkte zu konzentrieren:

     1. Klimawandel

     2. Privatsektorentwicklung

     3. Gute Regierungsführung/Dezentralisierung


Bei den Verhandlungen wurden insgesamt 86 Mio. Euro zugesagt, darunter auch Zusagen zur Bekämpfung der Vogelgrippe und zur Beratung im Gesundheitssystem.

Klimawandel
Deutschland unterstützt Indonesien bei
der Umsetzung seines nationalen Klimaaktionsplans. Die deutsche EZ fördert dabei insbesondere die Bereiche „Umwelt- und Klimaschutz“, „Emissionsminderungen im städtischen Verkehr“, sowie „Wald und Klimaschutz“. Der Subsektor „Wald und Klimaschutz“ knüpft an die langjährige Erfahrung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in der indonesischen Waldwirtschaft an. Hierbei werden die Umsetzung der Forstverwaltungsreform, die Vorbereitung auf ein zukünftiges Post-Kyoto-Protokoll und die Etablierung neuer Naturschutzkonzepte durch Anreizsysteme für die Emissionsreduktion aus dem Waldsektor (REDD - Reduced Emission from Deforestation and Degradation) gefördert. Im Bereich „Umwelt und Klimaschutz" und „Emissionsminderungen im städtischen Verkehr" hingegen wird die indonesische Regierung hinsichtlich der Umsetzung einer langfristigen Strategie zur kohlenstoffarmen Entwicklung unterstützt. Zudem wird die Ausbildung von Führungskräften zur Entwicklung globaler und nachhaltiger Lösungsansätze gefördert.

Privatsektorentwicklung
Ein weiteres zentrales Anliegen der deutschen EZ im Sinne der Millenniums- Entwicklungziele ist die Förderung eines sozial ausgewogenen Wirtschaftswachstums. Damit soll möglichst vielen Menschen eine aktive Teilnahme am Wirtschaftsleben ermöglicht werden. Grundvoraussetzung hierfür ist ein wettbewerbsfähiger Privatsektor und der Zugang einer breiten Bevölkerung zu mehr Bildung. Ein ausreichendes Angebot an gut ausgebildeten Arbeitskräften ist ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Der deutsche Beitrag in Indonesien konzentriert sich daher auf die Bereiche Privatwirtschaftsförderung und Berufliche Bildung/Arbeitsmarkt. Die Entwicklung der kleinen und mittelständischen Unternehmen steht dabei im Vordergrund.

Gute Regierungsführung/Dezentralisierung
Dezentralisierung und Demokratisierung sind Schlüsselbegriffe, denn allmählich werden alte autoritäre Strukturen zugunsten partizipativer Prozesse aufgebrochen. Die deutsche EZ hat die indonesische Regierung bei der Dezentra-lisierung und der Schaffung eines gesetzlichen Rahmens an entscheidenden Stellen unter-stützt und die Fähigkeiten lokaler Verwaltungsmitarbeiter durch Capacity Building gestärkt. Es geht dabei um die Verbesserung von öffentlichen Dienstleistungen.

Diese neue Schwerpunktsetzung trägt der veränderten Rolle Indonesiens - im globalen und regionalen Kontext - Rechnung.

Um Indonesiens Schuldenlast zu verringern, haben Deutschland und Indonesien eine Reihe von Schuldenumwandlungen vereinbart. Deutschland war der erste Geber, der Indonesien Schuldenumwand-lungen angeboten und damit zu einer beträchtlichen Schuldenreduktion der indonesischen Gesellschaft beigetragen hat. Bisher wurden fünf Maßnahmen zur Schuldenumwandlung durchgeführt.

Nach den verheerenden Folgen des Tsunamis vom 26.12.2004 in der Provinz Aceh und Nias stellte die Bundesregierung erhebliche Sondermittel für den Wiederaufbau zur Verfügung. Es wurde ein umfangreiches Wie- deraufbauprogramm gestartet, das Ende 2009 abgeschlossen wurde. Schwerpunkte bildeten das Hausbauprogramm und der Wiederaufbau der Berufsschulen, sowie die Unterstützung der lokalen Verwaltung, der Gesundheitsversorgung und die Förderung von wirtschaftlichen Aktivitäten.


GRUSSWORT DES     DEUTSCHEN BOTSCHAFTERS

  Dr. Norbert Baas



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   und Besucher,

ich begrüße Sie herzlich auf dieser Webseite, die Ihnen einen umfassenden Überblick über die Struktur, Institutionen und Schwerpunkte der deutsch-indone-sischen Entwicklungszusammenarbeit bieten soll...
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FAKTEN
Deutschland ist mit Leistungen von insgesamt rund 3 Mrd. Euro nach Japan, Australien und USA viertgrößter bilateraler Partner Indonesiens. Eingeschlossen
in dieser Summe sind Beiträge zur Entwicklungsarbeit der Kirchen,
politischen Stiftungen und sonstiger Nichtregierungsorganisationen. Über multilaterale Institutionen wie Vereinte Nationen, Weltbank, Asian Development Bank und den Entwicklungsfonds der Europäischen Union unterstützt Deutschland mit weiteren Beiträgen Entwicklungsprogramme in Indonesien.